Paul John Bold – Whisky Review

Paul John BoldFrom Goa. With Love.
Heute widmen wir uns mal einem indischen Single Malt von John Distilleries. Auch wenn Indien der weltweit größte Produzent für Whisky ist, so kann man doch sagen, dass nicht alles “flüssiges” Gold ist, was da glänzt. Die Standards sind andere und vieles würde bei uns nicht wirklich als Whisky durchgehen. Ein Großteil des indischen Whiskys wird z.B. aus fermentierter Melasse hergestellt und nicht auf Basis von gemälztem Getreide. Der Großteil des produzierten Whiskys landet hier in Blends und ist für den eigenen Markt bestimmt. Aber es gibt auch sehr positive Ausnahmen, welche sich in unserer anspruchsvollen Whiskywelt etabliert haben.

Einen Whisky der Brennerei Amrut hatten wir ja kürzlich bereits im Nosing-Glas. Heute haben wir uns einen Paul John eingeschenkt und somit wohl die beiden “Größen” der indischen Single Malt Produktion berücksichtigt.

Beim Paul John Bold handelt es sich um einen torfrauchigen Single Malt, der komplett aus indischer, sechszeiliger Gerste hergestellt wird. John Distillieries mälzen Ihre Gerste komplett selber und importieren Islay-Torf um die typischen und uns so lieben Rauchnoten zu erzielen. Die indische Gerste hat mehr Proteine als die Gerste aus dem europäischen Raum. Dies gibt wohl einen etwas volleren Charakter, wodurch Honig-, Zitrus-, Vanille- und Mokkanoten dominieren können – sagt man.

Genug gefaselt – auf zum Paul John Bold :

Fakten

  • Herkunft: Goa, Indien
  • Typ: Single Malt Whisky
  • Alter: nas
  • Brennerei: John Distilleries
  • Fass: Ex-Bourbon
  • Rauchigkeit: leicht bis mittel
  • Umdrehungen: 46 Vol. %
  • Farbe: Bernstein
  • Kühlfilterung: nope
  • Farbstoff: nee
  • Preis: 40-50,-€

Nase
Der erste Eindruck war erstmal leicht ungewöhnlich. Zuerst hatte ich eine sehr deutliche Butternote, gemischt mit frischem Tabak – hat mir nicht wirklich gefallen. Ich hab das Glas dann irritiert beiseite gestellt und kurz gewartet. Butter bleibt, Tabak bleibt 😉 – aber nicht mehr soooo sehr im Vordergrund. Ebenfalls hat sich dann eine leichte Zitrussüße gezeigt, Honig und leichter Rauch. Durchaus interessant, aber die Nase lässt mich doch recht zwiegespalten zurück. 

Gaumen
Schön weich und ölig breitet sich der Paul John Bold aus. Das was mich in der Nase noch etwas irritiert hatte, ist hier nicht mehr vorhanden – es bleibt die Zitrussüße und der Honig. Hinzu kommen Malz, Gewürze und eine schöne Pfeffernote. Der Rauch ist etwas präsenter und es entwickelt sich ein leicht maritimer Charakter. Kommt insgesamt schön rund daher.

Paul John Bold moodAbgang
Der gefällt mir gut. Mittellang bis lang, leicht trocken, rauchig, sehr malzig-süß und angenehm warm. Schöner geradliniger Abgang, der ein sehr wohliges Gefühl hinterlässt.


Meinung:
Also ich bleibe dabei, die Nase hinterlässt mich zwiegespalten und ist wohl wirklich nicht mein Ding. Dafür bin ich umso mehr überrascht, wie ganz anders er sich in den sonstigen Bereichen schlägt. Gaumen und Abgang sind sauber und schnörkellos, da kann man überhaupt nicht meckern. Das bekommt mancher Scotch nicht so fein hin.

Wie bei vielen indischen Whiskys, merkt man dem Paul John Bold seine vermeintliche Jugend nicht an. Der Rauch und dessen Intensität haben mir auch sehr gefallen und treffen meinen momentanen Geschmack ziemlich gut.
Die 46% sind definitiv richtig gewählt, natürliche Farbe und fehlende Kühlfilterung sowieso ein Plus.
Ebenfalls kann man hier auch von einem guten Preis-Leistungsverhältnis sprechen.

John Distilleries zeigen mit dem Paul John Bold definitiv, warum sie eine der indischen Destillerien sind, die völlig zu Recht ihren Platz in der Whiskywelt behaupten.

Schönes Ding – mein Gesamteindruck ist durch die Nase etwas getrübt, aber das Komplettpaket ist trotzdem wirklich fein …. 84 Punkte 

Cheers,
Andi

 

Den Paul John Bold gibt es natürlich bei unseren Freunden von whic.de ganz einfach zu bestellen. Aber natürlich empfehlen wir auch gerne euren lokalen Whiskyhändler und die persönliche Anfrage.

Naja – irgendwie naheliegend der Musiktip: Paul, John, ….. George und Ringo 😉 
Die Beatles halt – was soll man da jetzt groß schreiben. Zusammenfassen kann man da nix und alles andere würde hier den Rahmen sprengen.  Niemand kann wohl bezweifeln,
dass es sich bei dieser Kapelle um eine der wegweisensten Musikgruppierungen überhaupt gehandelt hat. In ihrer “nur” etwa zehnjährigen Bandgeschichte haben sie ein Werk geschaffen, welches immer noch dafür sorgt, dass die Beatles bis heute die kommerziell erfolgreichste Band der Musikgeschichte sind. Es gibt Schätzung die von über einer Milliarde verkaufter Tonträger sprechen – gesichert sind mindestens über 600 Millionen.

Let It Be – The Beatles – 1970

Welches der legendären Beatles-Alben euch noch fehlen mag – bei unseren Partnern von   findet ihr es bestimmt … und Vinyl gibt es sogar versandkostenfrei! ?

Fotos: 
Produktbild: John Distilleries
Moodbild: Whisky und Vinyl

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