Nikka Coffey Malt – WHISKY REVIEW

Nikka Coffey Malt 01Nikka Coffey Malt – gemälzte Gerste aus der Coffey Still
Heute geht es mal nach Japan, zur Brennerei Nikka und einem 100% Maltwhisky, welcher aber nicht in Pot Stills, sondern in einer Coffey Still destilliert wurde.
Damit erklärt sich auch der Name, welcher nichts mit diesem Bohnengebräu auf sich hat, welches sowieso nicht meins ist, sondern mit der Erfindung von Aeneas Coffey.  Der irische Ingenieur entwickelte 1826 eine Verbesserung der Column Still. Die Coffey Still wird zur Herstellung von Grainwhisky genutzt – für die Verwendung von Malz ist die Still aber nicht ideal geeignet, weswegen es auch kaum Maltwhiskys aus der Coffey Still gibt.

Bei Nikka nahm man sich dieser Herausforderung trotzdem an und hat den Nikka Coffey Malt in die Produktrange aufgenommen.

Dann wollen wir uns dieses kleine japanische Experiment mal näher ansehen:

Fakten

  • Herkunft: Japan
  • Typ: Single Malt Whisky
  • Alter: nas
  • Brennerei: Nikka
  • Fass: keine genaue Angabe
  • Rauchigkeit: nein
  • Umdrehungen: 45 Vol. %
  • Farbe: Bernstein
  • Kühlfilterung: ja
  • Farbstoff: ja
  • Preis: ca. 50,-€

Nase
Erinnert schon stark an einen Grain – Zitronenzeste, sehr floral, frisch und süß. Aber sehr gut gefallen mir die leichten Röstaromen von frischem dunklen Brot und Kaffee. Eine Spur von Lösungsmittel kann man aber auch nicht wegleugnen, der Alkohol kommt schon durch.

Gaumen
Mokka – und zwar ganz dolle. Erst hab ich den Kaffee in der Nase jetzt hier am Gaumen – langsam glaube ich, dass mir mein Hirn einen Streich spielt. ;-). Leichte Röstaromen werden begleitet von schönen Vanillenoten und dem Aroma eingelegter Orangen. Frische Kräuternoten bringen wieder den Graintouch in die Palette. Mit der Zeit wird er cremiger und erinnert an Milchkaffee.

Nikka Coffey Malt moodAbgang
Feine Röstaromen legen sich ab, ansonsten sehr fruchtig mit Orange und Trockenobst.
Nicht wahnsinnig lang, aber angenehm.


Meinung:
Also ich war sehr positiv überrascht. Der Nikka Coffey Malt gefällt mit wirklich recht gut. Auch wenn ich immer noch etwas verwirrt bin, ob der vielen Kaffeeeindrücke, die sich mir offenbart haben. 

Hinzu kommt, dass ich ja auch eigentlich kein Kaffeetrinker bin. Ich rieche den zwar recht gerne, aber trinkenderweise kann ich meine Jahresration vermutlich an einer Hand abzählen – und dann auch nur als Mittel zum Zweck ;-).

Trotzdem hat mir das hier schon gut gepasst. Die Kombination der Kaffeearomen, die fruchtigen Aromen, die malzigen Röstaromen und der frische Graincharakter geben insgesamt schon ein sehr harmonisches Bild ab. Ein bißchen getrübt werden die recht positiven Eindrücke aber durch die leichte Spur von Lösungsmittel, welche ab und zu durchkommt. 

Ich mag dieses Experiment als durchaus gelungen betrachten und bin mir sicher, dass dieser Whisky viele Freunde finden kann und eine Chance sollte man ihm unbedingt geben, ich war schon sehr fasziniert – von meinen Assoziationen.

Der Nikka Coffey Malt ist ein weicher Whisky, der mit einer schönen Aromenkombination überzeugen kann – wirklich lecker, aber mir eine Spur zu grainig … 84 Punkte

Cheers,
Andi

 

Den Nikka Coffey Malt gibt es bei unseren Freunden von whic.de ganz einfach zu bestellen. Aber natürlich empfehlen wir auch gerne euren lokalen Whiskyhändler und die persönliche Anfrage.

Für mich eine der tollsten Entdeckungen der letzten Jahre, begleitete dieses Album die Verkostung des Nikka Coffey Malts
Auf die japanische-amerikanische Songwriterin Mitski hatte mich vor einiger Zeit ein Freund aufmerksam gemacht – und dafür bin ich ihm sehr dankbar. Nachdem ich das erste Mal ein Konzert von ihr besuchen durfte, war mein Fazit: “Irgendwie so eine Mischung aus Björk und Tori Amos.”
In den Jahren 2012/13 brachte sie ihre ersten beiden Alben in Eigenregie heraus. 2015 kam ihr Album “Bury Me at Makeout Creek” und ich war entzückt ob dieses nerdigen Albumtitels – googelt mal den Titel + Simpsons. Ebenfalls 2015 zählte sie der Rolling Stone zu den “10 Artists You Need to Know”.
2016 kam dann ihr viertes und aktuelles Album “Puberty2” heraus, welches definitiv zu meinen Top5 Alben aus diesem Jahr zählt.
Aus eben jenem Album ist auch der hier vorgestellte Song – hört euch dieses Talent unbedingt mal an.

Puberty2 – Mitski – 2016

Euch gefällt, was die Dame so kann? Dann schaut doch mal bei unseren Partnern von   vorbei. Dort gibt es ihr bisheriges Werk auf Vinyl – natürlich versandkostenfrei! ?

Fotos:
Produktbild: Nikka
Moodbild: Whisky und Vinyl

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