Slyrs – Single Malt Classic – Whisky Review

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Whisky aus Deutschland? Muss, soll oder geht das überhaupt?

Ich selbst habe meinen ersten deutschen Whisky erst Anfang diesen Jahres
getrunken. Tatsächlich auch mehr aus dem Grund, dass ich mir gesagt habe:
“Musste halt mal probiert haben.” Bei besagtem Exemplar handelte es sich
um den nun folgend besprochenen “Slyrs – Single Malt Classic”.

Herkunft/Brennerei

Der Slyrs (=’Schlürs’) kommt vom Schliersee in Bayern. Der Name fällt auf
ein 779 gegründetes Kloster zurück. Nach ebendiesem wurde damals auch
die Gegend Slyrs genannt. Später wurde daraus Schliers, woher dann auch
der Schliersee seinen Namen bekam. Die  Lantenhammer-Destillerie ist
eigentlich bekannt für Obstbrände, hat sich aber irgendwann wohl gesagt:
“Wer Obstler kann, der kann auch Whisky.” Anfangs noch in Ihren
Obstbrennblasen gebrannt, hat man am Schliersee mittlerweile auch auf
klassische Pot Stills umgestellt.

Fakten
Der Slyrs Classic hat kein Age Statement. Laut Hersteller handelt es sich um
3-6 Jahre alten Whisky. Gelagert wird er in frischen, amerikanischen Weißeichefässern.
Er ist weder gefärbt noch kühlgefiltert und hat 43% Volumenprozent.
Preislich bewegt sich der Slyrs Single Malt Classic so bei 45-50,-€.

Nase
In der Nase kommt der Slyrs sehr intensiv daher. Würzig-weihnachtlich vielleicht.
Eine Mischung aus Ingwer, Karamell und Zimt.

Gaumen
Hui, ordentlicher Antritt. Wie auch die Nase schon sehr würzig.
Nach hinten raus folgt dann süße Vanille. Ein bisschen musste ich beim
zweiten und dritten Schluck immer mehr an frisch geschlagenes Holz
denken. Das ist vermutlich, genauso wie die auftretende “Bourbonsüße”,
den neuen Weißeichefässern geschuldet. Der Slyrs strahlt eine angenehme
Frische aus, welche bei seinen 3-6 Jahren aber auch nicht verwunderlich ist.
Im Abgang ist er sehr angenehm, hält aber auch nicht lange an.

Meinung
Ich bin Fan. Für mich funktioniert der Slyrs sehr gut. Ich habe viele
Meinungen gehört, dass der Eine oder die Andere den Slyrs nur als scharf
und beißend in Erinnerung hat. Das kann ich so definitiv  für mich nicht
behaupten. Zugegeben: Er hat beim ersten Schluck eine ordentliche Schärfe,
welche ich weiter oben blumig als “ordentlicher Antritt” umschrieben habe.
Aber diese ist auch wirklich nur beim ersten Schluck am Start. Mit jedem
weiteren Schluck wird er immer angenehmer zu trinken und eröffnet auch
neue Geruchs- und Geschmackswahrnehmungen.

Um abschließend noch die Eingangsfrage zu beantworten:
Whisky aus Deutschland muss, soll und geht…sehr gut sogar!

Cheers,
Andi

Beim Schreiben der Whisky-Review, wurde der Slyrs von folgender Platte begleitet:
The Hurry and the Harm – City and Colour – 2013

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